Leitantrag 2014: „Bei uns wead Deitsch g‘red“

Auf dem 33. ordentlichen Landesjugendtag des Ring freiheitlicher Jugend (RFJ) Tirol am 7. November 2014 in St. Johann in Tirol wurde von den anwesenden Delegierten folgender Leitantrag beschlossen:

Das Motto „Bei uns wead Deitsch g‘red“ ist inhaltlich mehrdeutig aufzufassen und fließt in dieser Breite auch in den Leitantrag ein.

Sprache als verbindendes Element eines Volkes

Neben der Achtung von Recht und Verfassung, dem Respekt vor gemeinsamen Werten und der Basis einer gemeinsamen Kultur und Geschichte ist es vor allem die Sprache, die ein Volk miteinander verbindet.

Wenn wir nunmehr in Österreich und auch in Tirol erleben müssen, dass sich – wie bereits in vielen Teilen Europas – hier ansässige Menschen sich im öffentlichen Raum, sei es in Schulen, auf Ämtern, in Freizeitanlagen oder wo auch immer sonst, nicht der Landessprache bedienen, sondern verbale Äußerungen in den Sprachen ihrer Herkunftsländer tätigen, so ist dies bedenklich. Es ist dieses Ausdruck des Versuchs, sich bewusst von der heimischen Mehrheitsbevölkerung, wie auch von anderen Gruppen abzuschotten und eine (nicht nur sprachliche) Parallelgesellschaft aufzubauen.

Wir lehnen eine solche Vorgangsweise ab und verlangen von allen im Land ansässigen Personen, sich Deutschkenntnisse zumindest auf dem Niveau B1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens anzueignen und sich jedenfalls außerhalb ihrer Wohnungen grundsätzlich nur mehr der deutschen Sprache zu bedienen.

Dies ist die Voraussetzung für eine sinnvolle Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft der hiesigen Wohnbevölkerung, basierend auf Vertrauen und dem Willen zu einem gemeinschaftlichen, friedfertigen Miteinander.

Recht auf den Gebrauch der deutschen Sprache

„Red deitsch mit mir!“ ist zudem eine zentrale Forderung, die unsere Landsleute in Süd-Tirol erheben können und sollen – nämlich gegenüber staatlichen Einrichtungen aller Art. Entgegen dem Autonomiestatut, das zwingend eine Zweisprachigkeit der Angehörigen des öffentlichen Dienstes und ein Anrecht der Süd-Tiroler auf den Gebrauch der deutschen Sprache im Amtsverkehr vorsieht, bekommen die Tiroler im besetzten Landesteil nach wie vor viel zu oft „Siamo in Italia!“ („Wir sind in Italien!“) zu hören. Das ist untragbar!

Wir ermutigen unsere Landsleute in Süd-Tirol ausdrücklich, ihre Rechte offensiv einzufordern und sich nicht dem Joch von Amtsträgern der Besatzungsmacht zu beugen, die Rechtsakte nicht anerkennen wollen, die ihr eigener italienischer Staat gesetzt hat!

Wir fordern weiters die im Süd-Tiroler Landtag vertretenen Parteien auf, über die Einhaltung der Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung zu wachen und insbesondere das Recht auf den Gebrauch der deutschen Sprache sicherzustellen.

Verständliche und ehrliche Politik

„Red deitsch mit mir!“ kann man schließlich auch in einem übertragenen Sinn verstehen – nämlich dahingehend, dass man von seinem Gegenüber eine Ansprache in klar verständlichen und ehrlichen Worten erwartet.

Gerade seitens der Politik sehen wir hier vielfach ein Defizit. Politiker verschiedener Parteien, insbesondere von Regierungsparteien, bedienen sich gerne bewusst einer Sprache, die vieles im Unklaren lässt, die verschiedene Deutungen zulässt, die Sachverhalte beschönigt oder umgekehrt auch dramatisiert, und die insgesamt dazu geeignet ist das Volk zu täuschen und sich selbst nicht festnageln zu lassen.

Eine solche Vorgangsweise lehnen wir entschieden ab. Wir fordern von allen politischen Amtsträgern, die Dinge offen beim Namen zu nennen, Probleme ungeschönt anzusprechen und psychologische Manipulationen zu unterlassen. Die Menschen in diesem Land haben das Recht, die Wahrheit über die Zustände zu erfahren und sich selbst eine Meinung bilden zu können!